"Da ist das Ding!“ Die Mannschaft des Deutschland-Achters wuchtete den riesigen und schweren Pokal voller Freude in die Höhe. Das deutsche Ruder-Flaggschiff gewann am gestrigen Sonntag den ältesten Preis, den es im Achterudern zu gewinnen gibt: den Grand Challenge Cup bei der Traditionsregatta im englischen Henley.
Nachdem das Team von Erfolgscoach Ralf Holtmeyer im Halbfinale den größten Kontrahenten, Olympiasieger Kanada, deutlich auf Distanz gehalten hatte, konnte es auch der Achter aus Neuseeland nicht von der Erfolgsspur abbringen. Der Sieg des Deutschland-Achters, der seit eineinhalb Jahren ungeschlagen ist, war eine Demonstration der momentanen Ausnahmestellung der Crew um Steuermann Martin Sauer: „Hier waren die besten Gegner am Start. Der Sieg war Teil unseres Weges, den wir Richtung London 2012 gehen wollen.“
"Wind-und-Wellen-Rennen" Zufrieden war auch Ralf Holtmeyer, der in Henley noch nie verloren hat und seinen achten Sieg feierte. „Das Finale war ein Wind-und-Wellen-Rennen, das wir ähnlich überlegen gewonnen haben wie das Halbfinale zuvor“, analysierte der Coach gewohnt nüchtern. Auch sein Focus ist klar auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren gerichtet, aber er ist natürlich auch froh, dass sich sein Team Selbstvertrauen für die nahen Aufgaben holt.
"Motivationsschub für Luzern" Am kommenden Wochenende will der Deutschland-Achter beim Weltcup-Finale in Luzern ähnlich glänzen wie gestern in Henley. „Der Sieg war ein Motivationsschub für die Rotseeregatta, der uns eher Kraft gibt, als dass die Rennen hier Kraft gekostet haben. Denn Henley war ja ein Bonbon für uns, das wir genossen haben“, sagte Sebastian Schmidt und wuchtete den Pokal zum wiederholten Male für die Fotografen in die Höhe.
Weitere Stimmen: Richard Schmidt: „Man bekommt im Ruderleben nur ein oder zwei Mal die Chance, in so einem guten Boot zu sitzen und diesen Pokal zu gewinnen. Für jeden Ruderer ist es eine wichtige Station, die man mitnehmen muss. Kanada war der härtere Gegner, aber seit Samstag Nachmittag wussten wir, dass auch die Neuseeländer schnell rudern können. Sie hatten im Halbfinale ja eine 6:01 gerudert. Anfangs hielten sie gut mit, bei unserem Sprint bei Streckenhälfte habe ich alles in jeden Schlag gelegt, was ich hatte. Da haben wir den Sack zugemacht und uns entscheidend abgesetzt.
Maximilian Reinelt: „Es ist eine besondere Ehre, den Grand Challenge Cup bei der Henley Royal Regatta zu gewinnen. Es ist ein besonderer Moment im Ruderleben, der bleibt für immer und öffnet vielleicht die eine oder andere Tür in der englischen Gesellschaft.“
Henley Royal Regatta, Grand Challenge Cup, Finale: 1. Gregor Hauffe, Maximilian Reinelt, Kristof Wilke, Florian Mennigen, Richard Schmidt, Lukas Müller, Toni Seifert, Sebastian Schmidt, Steuermann Martin Sauer 6:33 Minuten, 2. Neuseeland eindreiviertel Längen zurück.