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Tagungen
59. Deutscher Rudertag
Ein Teil der Delegierten bei einer der vielen Abstimmungen zum Grundgesetz.

Rudertag verabschiedet neues DRV-Grundgesetz

Am Ende waren sich alle einig, dieser Rudertag war viel besser verlaufen, als man im Vorfeld befürchtet hatte. Weder Streit noch persönliche Anwürfe und auch keine übertrieben kritische Auseinandersetzung mit der Vorstandsarbeit - das war offenbar das Credo, das sich viele Delegierte in ihre Tagungsunterlagen geschrieben hatten. Hier und da wurden die Appelle zur "Kameradschaft" und zum "Konsens" ein wenig übertrieben, aber sie verhalten auch nicht ungehört in den Diskussionen um die Sachfragen.

Hier trug vor allem der DRV-Vorstand zum Gelingen der Tagung bei, denn in den strittigen Fragen des Grundgesetz-Entwurfes wie etwa "Verbandsrat" und "Regelkommission" lenkten Siegfried Kaidel und seine Mannschaft dann doch ein und nahmen angesichts der bereits im Herbst 2008 bei den Regionalkonferenzen geäußerten Bedenken die Wünsche des Vorstandes in diesen beiden Punkten deutlich zurück. Der Verbandsrat wurde in der Abstimmung abgelehnt, es bleibt bei der Funktion des Länderrates gemäß dem bisher gültigen §23 der Satzung. Die Regelkommission bleibt mit allen Befugnissen erhalten, mit ihre auch die Regularien für die Änderungen der Wettkampfregeln im DRV.

 

Renko Schmidt
Unter dem Strich blieben von den vorgesehenen Änderungen, die für den Vorstand vom Länderrat-Vorsitzenden Reinhart Grahn vertreten wurden, vor allem die Modernisierungen, die aufgrund von gesetzlichen Anpassungen nötig sind.
In der bisherigen Struktur des Vorstandes wird es dann auch nominell die Änderungen in den dreiköpfigen "BGB-Vorstand" und das beratende "Präsidium" geben. Wirkung hat das neue Grundgesetz erst mit der Eintragung in das gerichtliche Register, für die Wahlen und Arbeit in den Gremien hat es frühestens mit dem nächsten Rudertag in Schweinfurt im November 2010 (19. - 21.11.) Gültigkeit.

Noch als Vorstandsmitglied somit bisherigen Lesart wurde Renko Schmidt gewählt, er folgte Stefan Grünewald-Fischer als stv. Vorsitzender für den Leistungssport. "Grüfi" trat auf diesem Rudertag von seinem Amt zurück und verabschiedete sich bei den Delegierten mit einer persönlichen Erklärung, in der er erstmals öffentlich eine maßgebliche Mitverantwortung für die mageren Ergebnisse des DRV im Hochleistungssport einräumte. Er entschuldigte sich auch bei den Athleten, die aufgrund der getroffenen Entscheidungen benachteiligt und enttäuscht worden sind. Der Rudertag quittierte diese Erklärung mit einem langen Beifall, der als Anerkennung der geleisteten Arbeit und Verabschiedung in Ehren zu werten war.


Prof. Dr. Ulrich Hartmann
Die zweite vakante Position im Vorstand wird nun von Prof. Dr. Ulrich Hartmann besetzt, den der Rudertag einstimmig als Nachfolger von Volker Grabow als Leiter des Ressorts "Bildung und Wissenschaft" wählte. Der promovierte Sportwissenschaftler ist schon seit Jahrzehnten für den DRV im Einsatz und gilt weltweit als Experte für die Leistungsdiagnostik.

Der bisher von den Vereinen ohnehin kaum noch erfüllte Pflichtbezug des Verbandsorgans ist mit Wirkung ab 2010 endgültig abgeschafft, die Delegierten stimmten mit großer Mehrheit dafür. Nur wenige Stimmkarten erhoben sich für die stattdessen vom Vorstand vorgeschlagene "Selbstverpflichtung" der Vereine für den Bezug der Verbandszeitschrift.

Am Ende gab es sehr versöhnliche Töne, als Stefan Grünewald-Fischer von den Delegierten ein weiteres Mal mit langem Beifall bedacht wurde. Er hatte die Verhandlungen des Rudertages als Diskussionsleiter geführt und damit maßgeblich zum Gesamterfolg der Versammlung beigetragen.
Und es gab natürlich auch den Dank an die Ausrichter des Oldenburger Rudervereins mit ihrem Vorsitzenden Ulrich Pohland an der Spitze. Es war kein Rudertag mit großen Feiern und festlichem Rahmen, sondern die Tagung in Arbeitsatmosphäre, als der er auch geplant war. Nicht zuletzt das trug zum Gelingen der Gesamtveranstaltung, an der immerhin rund 250 Delegierte mit gut 1100 Stimmen teilnáhmen, bei.    abo 







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