Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit wurde veröffentlicht
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat im „Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit“ Funktion und Stellenwert des Sports herausgestellt. In einem eigenständigen Kapitel werden die Leistungen im Sportstättenbau, für die sportwissenschaftlichen Institute sowie für die Olympiastützpunkte und Bundesleistungszentren in den neuen Ländern herausgestellt. Der Bericht erscheint jährlich und wird dem Deutschen Bundestag zur Beratung vorgelegt. Die Bundesregierung hatte Ende September den Bericht durch Kabinettsbeschluss festgestellt.
Wie schon in den Vorjahren wird von der Bundesregierung das finanzielle Engagement für den „Goldenen Plan Ost“ beschrieben. Nach dem Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 zwischen der Union und der SPD war vereinbart worden, das Sonderförderprogramm für den Bau von Sportanlagen für den Breitensport in den neuen Ländern für die laufende Legislaturperiode fortzusetzen. Mit Beginn der rot-grünen Koalition 1999 war das Sonderprogramm aufgelegt und damit einer Forderung der ehemaligen Sportdachorganisation DSB entsprochen worden.
Zum Programm heißt es im Jahresbericht: „Es hilft, den Mangel an Sportstätten für den Breitensport in den neuen Ländern zu überwinden und eine Angleichung der Sportstätten-infrastruktur an die der alten Bundesländer herzustellen. Bis Ende des Jahres 2007 sind mit dem Sonderförderprogramm 486 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von über 354 Millionen Euro zur Förderung des Breitensports in den östlichen Ländern und im Osten Berlins umgesetzt worden. Davon wurden 67 Millionen Euro Bundesmittel bereitgestellt. Auch für dass Jahr 2008 erfüllt das Sportstättenförderprogramm seine Aufgabe.“ Der Bundesanteil lag in den letzten Jahren bei zwei Millionen Euro und ist auch für 2009 erneut in den Haushalt eingestellt worden. Durch Mitfinanzierung von Bundesländern und Gemeinden erhöht sich das jährliche Förderungsvolumen.
Über den zweiten Sektor des Sportstättenbaus, der generell schon seit 50 Jahren durch Bundes-zuständigkeit wahrgenommen wird, heißt es: „Für Investitionsmaßnahmen im Bereich des Spitzensports in den neuen Ländern wurden von 1991 bis 2007 Bundesmittel in Höhe von fast 270 Millionen Euro bewilligt, davon im Jahr 2007 rund 15 Millionen Euro. Das entspricht etwa 56 Prozent der in diesem Zeitraum für das gesamte Bundesgebiet zur Verfügung stehenden Sport-stättenbaumittel des Bundes in Höhe von 480 Millionen Euro. Mit diesem vom Volumen und der Vielfalt der Maßnahmen her beachtlichen Investitionsprogramm hat die Bundesregierung dazu beigetragen, dass die Sportstätten für den Spitzensport in den neuen Ländern saniert und - soweit erforderlich - neu errichtet werden.“
„B.a.w.“, bis auf weiteres, fördert die Bundesregierung nach den Angaben des Jahresberichts das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig und das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin. Beide Einrichtungen würden nach § 39 Abs. 2 Satz 2 des Einigungsvertrages fortgeführt, heißt es. „Als zentrale Institute des deutschen Sports richten sie sich auf die wissenschaftsorientierten Bedürfnisse des Spitzen- und des Nachwuchssports. Sie stellen dabei eine athletennahe, sportartspezifische, interdisziplinäre und komplexe Trainings- und Wettkampfforschung sowie Technologieentwicklung in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Im Bundes-haushalt 2008 sind für IAT und FES 9,49 Millionen Euro veranschlagt.“ Für 2009 sind Fördermittel in Höhe von 10,096 Millionen Euro vorgesehen. 2007 waren Haushaltsmittel des Bundes mit einem Volumen von 8,551 Millionen Euro geflossen.
Insgesamt acht Olympiastützpunkte in den neuen Bundesländern fördert der Bund auch weiterhin. Neben dem OSP Berlin, dessen wesentliche Sportstätten im Ostteil der Hauptstadt liegen, sind dies die Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommern, Potsdam, Cottbus/Frankfurt (Oder), Chemnitz/ Dresden, Leipzig, Magdeburg/Halle und Thüringen. Wörtlich wird ausgeführt: „Im Jahr 2008 erhalten diese Olympiastützpunkte eine Bundesförderung von rund 14 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln erfüllen sie die ihnen als Serviceeinrichtungen übertragenen Aufgaben der Betreuung von Kaderathletinnen und -athleten in olympischen und paralympischen Sportarten/Disziplinen im täglichen Training vor Ort und bei zentralen Trainingsmaßnahmen der Bundessportfachverbände, der Beschäftigung von Trainerinnen und Trainern im Rahmen der Trainermischfinanzierung sowie dem Betrieb von Sportstätten. Darüber hinaus ist darin die Bundesförderung im Schnittstellen-bereich zwischen Nachwuchs- und Spitzenförderung unter anderem im Rahmen der Förderung der „Häuser der Athleten“ an diesen Olympiastützpunkten enthalten.“ Daneben wird das Bundes-leistungszentrum Kienbaum im Bundesland Brandenburg aus dem Etat des Bundesinnen-ministeriums mitgetragen. Es ist eines von vier BLZ insgesamt. Kienbaum wird nach Ausführ-ungen des Berichts in diesem Jahr mit Haushaltsmitteln des Bundes in Höhe von rund einer Million Euro finanziell unterstützt.
Im Unterkapitel „Weitere Spitzensportförderung“ werden die Anstrengungen von Bundeswehr, Bundespolizei und Bundeszollverwaltung dargestellt. Im Jahresbericht wird festgehalten: „Die Bundeswehr fördert bundeskaderangehörige Spitzensportlerinnen und Spitzensportler in Sport-fördergruppen und ist damit ein wesentlicher Träger des Fördersystems für den Hochleistungs-sport in der Bundesrepublik Deutschland. Von derzeit 18 Sportfördergruppen der Bundeswehr liegen mit Frankenberg, Frankfurt (Oder), Oberhof, Potsdam und Rostock fünf in den neuen Bundesländern. Rund 200 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler werden derzeit in diesen Standorten gefördert. Das Training findet in fachlicher Zuständigkeit der betreffenden Spitzen-verbände an den Olympiastützpunkten und Leistungszentren statt, die dafür hervorragende Trainingsbedingungen bieten. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler der vorgenannten Standorte haben mit zum Teil herausragenden Leistungen zum erfolgreichen Abschneiden deutscher Olympia- und Nationalmannschaften beigetragen. Die Athleten konnten sieben Silber- und eine Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin sowie vier Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking erringen.“
Zehn Aktive werden darüber hinaus in den neuen Ländern vom Zoll gefördert und sind in Biathlon und im Skilanglauf an den Bundes- bzw. Landesleistungszentren in Altenberg, Oberhof und Oberwiesenthal aktiv. Unterstützung leistet auch die Bundespolizei für die gleichen Disziplinen und denselben Standorten.
Holger Schück