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In Memoriam
Manfred Rulffs
Manfred Rulffs
Am 15. Januar verstarb im 72. Lebensjahr Manfred Rulffs, Ehrenmitglied des Ratzeburger Ruderclubs, Schlagmann der Mannschaft, die 1960 den ersten deutschen Olympiasieg im Achter erruderte, sechzehn Jahre Bundestrainer an der Ruderakademie Ratzeburg.
In Kiel geboren kam Manfred Rulffs über Plön 1948 nach Ratzeburg. Die Umschulung auf die Lauenburgische Gelehrtenschule und die Aufnahme in das dortige Alumnat waren entscheidend für seine weitere Entwicklung. Durch seinen Sportlehrer Karl Adam kam er zum Rudern und über die Ruderriege des Gymnasiums zum Ratzeburger Ruderclub. Als Doppelzweierpartner von Klaus von Fersen, dem späteren sechsfachen deutschen Einermeister, kam er sehr früh in ein intensives Rudertraining und gewann 1956 seine erste deutsche Meisterschaft. Sein Markenzeichen als Ruderer war die Vielseitigkeit. Er wurde sieben Mal Deutscher Meister in vier verschiedenen Bootsgattungen, zweifacher Europameister und Olympiasieger.
Ich bin fünf Jahre mit ihm in fast allen Bootsgattungen zusammen gerudert und habe nie einen Bootskameraden wieder erlebt, der ein solches Gefühl für den Lauf des Bootes entwickeln konnte und sich so perfekt auf verschiedene Bedingungen einstellen konnte, auf eine andere Bootsgattung, auf Wind und Wellen und auf jeden Partner.
Am Ende seiner Laufbahn als aktiver Ruderer 1960 wurde er vom Bundespräsidenten mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet (1948 und 1960). 1959 und 1960 kam der Rudersport zwei Jahre hintereinander bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres durch die Sportpresse auf Platz eins. Es war der Ratze-Kieler-Achter mit Manfred Rulffs auf dem Schlagplatz.
Sehr schnell nach Abschluss der Aktivenzeit beschloss er sein Studium mit dem Examen für das Lehramt an Realschulen und wurde noch 1960 Lehrer an der Realschule in Preetz. Am 1. April 1965 wurde die Ruderakademie Ratzeburg eröffnet und Karl Adam als erster Leiter wollte Manfred Rulffs als seinen ersten Mitarbeiter. Er wurde zunächst für vier Jahre aus dem Schuldienst beurlaubt und war nun als Bundestrainer an der Ruderakademie tätig. Hier war sein Beruf für ihn auch Berufung. Bis 1976, dem Todesjahr von Karl Adam, gab es für ihn an der Ruderakademie eine befriedigende Arbeit. Als er danach mit seiner gradlinigen, aufrichtigen Art zunehmend Widerstand erfuhr, ist er 1981 nach sechzehn Jahren Tätigkeit als Bundestrainer in den Schuldienst zurückgegangen. Er kam an die Realschule in Ratzeburg und ist nach zehn Jahren 1991 vorzeitig als Realschuloberlehrer in den Ruhestand gegangen. Die Vorzeichen seiner Krankheit zeigten sich. Der langjährige Kampf wurde jetzt verloren.              Walter Schröder


 








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