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Leistungssport
Neuigkeiten und Neuerungsbedarf in der Ruderwelt Luzern
Rund um den Rotsee.
Die Wettergötter waren dem Göttersee zwei Tage vor Auftakt des Ruderweltcups in Luzern abhold gesinnt. Ein Gewittersturm mit über 100 km/h fegte am Mittwochabend von den Gipfeln des Pilatus auf die Stadt hernieder und blies in der Nordostecke des Rotsees den Startturm regelrecht um. Die in den Rotsee-Schlick versenkte Starteinrichtung der Leipziger Spezialfirma Wige Data im Wert von 5000 Euro wird später einmal ein Fall für Archäologen sein. Doch dieses Unwetter brachte den Regattaverein Luzern (RVL) keineswegs ins Rudern. Dank Helikoptereinsatz  und Baufachleuten der Firma "1a Hunkeler", eines Unternehmens des Ex-RVL-Präsidenten Rolf Hunkeler, zusammen mit einer Gerüstbau-Spezialfirma wurde die Infrastruktur wieder hergestellt. Die ersten Vorläufe starteten am Freitag pünktlich um neun Uhr und die Regatta verlief wie nach Plan und ohne Pannen. Mit dieser Visitenkarte erfolgreich erledigter Krisenarbeit dürfte die von RVL-Präsident Urs Hunkeler und Vize-Regattachef Peter W. Ottiger lancierte Kundgebung in kurzgefaßten Worten und plakativer Illustrierung für eine Bewerbung um die WM 2011 bei FISA-Präsident Denis Oswald ein gewisses Quantum an Nachhaltigkeit bewirkt haben. Die FISA weiß zur Beantwortung die gute Adresse der Ruderwelt Luzern: Stadthausstraße 2. Adressat ist Urs Kauffmann seines Zeichens der Sekretär des RVL. Er feierte am 6. Juli im Regattazelt seinen 70. Geburtstag. Die an der "Lucerne Rowing-Night" im Grand Casino offenbarte Idee einer fünften Rotsee-WM nach 1962, 1974, 1982 und 2001 nun im Jahr vor Olympia London fand ebenso viel Beifall wie der umfunktionierte und vom Samstag- auf den Freitagabend vorverlegte Empfang des RVL zu Ehren der FISA. Für mehr Begegnung und Austausch im großen Kreis der vielfältigen Ruderwelt Luzern sorgte ein lockerer Treff an Stehtischen und einer großen Bar entlang einem roten Stämpfli-Achter. Die Auswahl diverser Buffets war so kunterbunt und international wie das Publikum selbst. Wenig bis keinen Applaus erhielt dagegen die am Samstagabend auf der Rotsee-Bühne durchgeführte Parallelveranstaltung mit dem Finalwettbewerb der restlichen 10 nichtolympischen Bootsklassen und mit dem lautstarken und für Konsumenten teuren Musik-Barbecue  "Missippi am Rotsee": Bei wenig Publikum standen Sport auf dem Wasser und Unterhaltung am Ufer sich gegenseitig im Weg.  Das Rudern verkam zur Garnitur. Weniger würde mehr bringen in allen Belangen. Dazu braucht es Mut. Die Ansätze sind bereits vorhanden: So konzentrierte sich der Final-Sonntag erstmals exklusiv auf 14 olympische Bootsklassen. Da war Rudern übersichtlich und attraktiv. Das Publikum in nahezu fünfstelliger Zahl applaudierte. "VIP-Guests" tafelten an 20 Ehrentischen - 1 Tisch für 8 Personen à CHF 6000.00 - und die Ehrentribüne war übervoll. Der sonntägliche Finaltag am Göttersee entpuppte sich  trotz der Sandwich-Situation zwischen Fußball-WM und Tennis-Wimbledon für diejenigen, die dabei waren, ohne Zweifel zu einem unterhaltsamen Happening in sportlicher und gesellschaftlicher Hinsicht.

Christian Schweizer .








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