Das "Head of the Charles River" in Boston (USA) gehört zu den großen alljährlichen Ruder-Events der Welt. Auch in diesem Jahr gingen erneut rund 8200 Aktive ins Rennen über die knapp fünf Kilometer gegen die Uhr. Der Kurs stellt höchste Ansprüche, da nicht nur einige Kurven, sondern auch enge Brückendurchfahrten zu passieren sind.
Die letzte etwa 600 Meter vor dem Ziel wurde in diesem Jahr einer erstmals am Start befindlichen Studentenmannschaft aus China zum Verhängnis. Gegen 60 andere Universitätscrews traten die Studenten der Peking Universität im Achter an und beeindruckten auf der Strecke mit einem beachtlichen Tempo. Quasi von hinten wurde das Feld aufgerollt. Doch die rasante Fahrt endete mit einer Kollision des Brückenpfeilers kurz vor dem Ziel, der Bug wurde schwer beschädigt und das Boot sank innerhalb weniger Sekunden. Zum Glück konnten alle Athleten durch die Sicherheitsposten aus dem Wasser gezogen werden. Besonders unglücklich war die Steuerfrau Amy Sun, die u.a. auch Mandarin-Chinesisch spricht. Sie war kurzfristig eingesprungen, weil der ursprünglich vorgesehene Steuermann der Mannschaft kein Visum für die USA erhalten hatte.
Die Siegestrophäen für die Hauptrennen blieben überwiegend in den USA, in den Elite-Einern setzten sich aber ausländische Teilnehmer durch. Bei den Frauen holte sich die Französin Sophie Balmary in 20:50 min. den Sieg, den Männer-Einer gewann der Argentinier Santiago Fernandez überraschend vor dem amtierenden Weltmeister Mahe Drysdale. Bereits bei den Olympischen Spielen von Athen hatte der Argentinier mit einem vierten Platz im Finale auf sich aufmerksam gemacht.
Mehr als 200.000 Zuschauer verfolgten die Rennen auf dem Charles-River zwischen der Innenstadt von Boston und der direkt angrenzenden Nachbarstadt Cambridge. Neben dem Sport gab es am Rande viele weitere Präsentationen aus Musik, Sport und Kultur, schon jetzt haben viele der diesjährigen Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 84 Jahren ihre Quartier für 2007 zum 42. HOCR gebucht. Mehr dazu auch unter www.hocr.org.