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Leistungssport
8. Ruhrsprint in Bochum/Witten
Spannende Rennen in Bochum/Witten.
Nach einer rundherum gelungenen Veranstaltung im Vorjahr hatte auch 2006 wieder zahlreiche Rudervereine den Weg an die obere Ruhr gefunden. Trotz der zeitgleich stattfindenden Finalrennen zur Ruder-WM in Eton und der erst kurz zuvor in NRW zu Ende gegangenen Schulferien konnten sich die Veranstalter vom Ruder-Club Witten und Ruderverein Bochum über volle Meldefelder freuen. 
Auch das Wetter spielte erfreulicherweise mit, wenn auch eine kurze, sehr heftige Gewitterfront am Sonntagnachmittag für eine unwillkommene Unterbrechung mit einhergehender Rennverschiebung sorgte.
Diese war aber vom hervorragend eingespielten Team schnell wieder aufgeholt, und so ging es von Samstagmittag bis zum Sonntagnachmittag im 6-Minuten-Takt auf die fünfhundert Meter lange Strecke am Fuße des Hohensteins in Witten.
Auch in diesem Jahr offerierte das Regattaprogramm allen Teilnehmern vom Kinderruderer bis hin zum Master ein vielfältiges Betätigungsfeld. So konnte man neben den ganz jungen Ruderinnen und Ruderern, die gerade erst das Training aufgenommen hatten, und bei der doch herrschenden Strömung und den leichten Wellen auch die ein oder andere Kenterung erlebten, auch wirkliche Routiniers erleben.
Allen voran sei der Doppel-Olympiasieger Stephan Volkert vom RTHC Bayer Leverkusen genannt, der bei seinem ersten Start in diesem Jahr den Sieg im Skiff errudern konnte. Das auch ihm das Siegen nicht mehr ganz so leicht fällt, gab er hinterher unumwunden zu, doch reichten seine Kraft und exzellente Technik aus, um seine Konkurrenten zu bezwingen. Allerdings wehrte sich vor allem der junge Heiner Schwartz vom Siegburger RV doch mehr als erwartet, so dass es beinahe zu einem Foto-Finish gekommen wäre.
Bei den beiden gastgebenden Vereinen sah es erwartungsgemäß für den Ruder-Club Witten, dessen herausragende Nachwuchsarbeit sich in einer enormen Zahl erfolgreicher Ruderinnen und Ruderer niederschlug, besser aus, als für den Ruderverein Bochum.
Bei den Wittenern konnten vor allem die jungen Ruderinnen überzeugen. Mit zahlreichen Siegen vom Skiff bis zum Mix-Doppelvierer machten die jungen Damen um Sarah Breucker, Kristin von Diecken, Mareike Piepel, Fabienne Andree und Hanna Bülskämper deutlich, dass sich die Wittener auch in den nächsten Jahren keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen brauchen.
Dabei waren die jungen Ruderinnen und Ruderer aus Witten auch an einem der spannendsten Rennen des diesjährigen Ruhrsprints beteiligt. Im Mix-Doppelvierer der Juniorinnen und Junioren lieferten sich die beiden Boote des RCW lange einen harten Bord-an-Bord-Kampf mit dem RV Emscher Wanne-Eickel Herten, ehe sich die Ruhrstädter in der Besetzung Mareike Piepel, Fabienne Andree, Max Baron und Mico Rolf letztlich durchsetzen konnten.
Und sogar ein "totes Rennen" gab es zu vermelden. Nach fünfhundert packenden Metern im Frauen-Einer vermochte das Zielgericht nicht zu entscheiden, ob Sina Geigenmüller vom RCW oder ihre Leverkusener Konkurrentin Sabrina Schöps die Bugspitze vorn hatten.
Im Frauen-Doppelzweier gab es ebenfalls ein wunderschönes Rennen zwischen zwei Wittener Booten und dem Bochumer Team mit den Altmeisterinnen Daniela Rähse und Bettina Ratajczyk. Schon auf der Strecke verkündeten die beiden Regattasprecher Markus Rätz und Stefan Locher, dass es wohl eng werden würde. Schließlich kamen die drei Zweier innerhalb einer guten Luftkastenlänge ins Ziel geschossen, und am Ende konnten sich die Bochumerinnen mit einem tollen Finish dem Ansturm der Jugend erwehren.
Auch für einen weiteren Altmeister in den Reihen des RV Bochum verlief die Regatta auf seiner Heimstrecke sehr erfolgreich. Joachim "Josch" Schäfer konnte sich bei den Masters mit seinen Siegen im Einer, im Doppelzweier und im Doppelvierer gleich dreimal in die Siegerliste eintragen. Ob er auch alle drei Siegerphotos, die im Rahmen jeder Siegerehrung am Steg geschossen wurden, an sich genommen hat, entzieht sich aber der Kenntnis des Berichterstatters.
Ein gleichfalls enorm spannendes Renn gab es für die doch überraschend zahlreichen Zuschauer auch im Offenen Achter des Ruder-Pokals zu bestaunen. Die Boote des RC Hamm, angeführt von den Gebrüdern Jan und Falk Müller, und der Rrugm. Mülheim/Ruhr schenkten sich bis zu Ziellinie nichts, so dass die Mülheimer um die Altmeister Martin Kiefer und Björn Siebert letztlich mit ganzen drei Zehntelsekunden vorne lagen.
Insgesamt waren die Großbootrennen ohnehin das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Da war es schon etwas traurig, dass einige der ausgeschriebenen Großboot-Rennen mangels Masse ausfielen, während die Rennen im Einer und Zweier gerade im Kinder- und Juniorenbereich enorm stark frequentiert wurden.
Allerdings wird dies verständlicher, wenn man bedenkt, dass in vielen Vereinen die Grundausbildung der Nachwuchskräfte im Kleinboot erfolgt, und dann eben auch in diesen Booten erste Erfahrungen auf Regatten gesammelt werden sollen.
Schade ist es aber dennoch, zumal am Ende der Regatta sowohl der Männer-Achter als auch der traditionelle Stadt-Achter zwischen Bochum und Witten ausfielen.
Hier hatten beide Vereine in diesem Jahr nicht genug Aktive sammeln können, zumal auch einige der Stammkräfte, allen voran Martin Müller-Falcke als Regattaleiter, Aufgaben abseits des aktiven Ruderns wahrnahmen.
Dass dies der fantastischen Stimmung an der Ruhr, trotz der zwischenzeitlichen, gewittrigen Abkühlung keinen Abbruch tat, war auch, wie schon so oft, der hervorragenden Bewirtung der Gäste von fern und nah zuzuschreiben. Vom kühlen Bier bis zum hervorragenden Kuchen gab es alles, was des Regattabesuchers Herz begehrt, und auch mancher Aktive wurde tatsächlich schon vor seinem Rennen am Bierstand gesichtet.
Und so dürfen sich die beiden gastgebenden Vereine wohl auch bereits auf 2007 freuen, wenn der nächste Ruhrsprint ansteht.
            Stefan Locher  (Foto: M. Müller-Falcke)







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